Chirurgie (Knochenchirurgie, Weichteilchirurgie, Endoprothetik)

Knochenchirurgie

In der Therapie von Knochenbrüchen (Frakturen), z.B. nach Unfällen, wenden
wir je nach Art der Fraktur verschiedenen Fixationssysteme an. Hierbei
gibt es neben unterschiedlichen Plattensystemen, die auf dem Knochen
fixiert werden, je nach Indikation auch die Möglichkeit Nägel in den
Knochen zu verankern oder den Knochen durch äußerlich angebrachte
Systeme (Fixateur externe) zu fixieren.

Gelenkchirurgie

Kniegelenk

Die häufigste Kniegelenksverletzung des Hundes ist der Kreuzbandriss. Als Operationstechnik wird in unserer Klinik ein Tibial Tuberosity Advancement (TTA) oder TPLO (Tibia Plateua Leveling Osteotomy) angewandt.

Hüftgelenk

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine erblich bedingte Fehlbildung des Hüftgelenkes.
Die Hüftgelenkspfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht zusammen. Sie sind in
ihrer Form nicht aufeinander abgestimmt. Das kann daran liegen, dass entweder der
Oberschenkelkopf samt Oberschenkelhals fehlgebildet sind oder die
Hüftgelenkspfanne schlecht ausgebildet ist oder zu steil steht. Als Folge treten
instabile Gelenkverhältnisse auf.
Die HD kommt bei allen Hunderassen vor, wobei großwüchsige Rassen besonders häufig betroffen sind. Die Häufigkeit des Vorkommens liegt je nach Hundrasse bei vier bis etwa 50 Prozent. Übrigens kann diese Krankheit auch bei Hauskatzen auftreten.
Bei der Bewegung und Belastung zeigt das Hüftgelenk ein krankhaftes Spiel, welches zu einem Verschleiß der Gelenkknorpel führt (Hüftgelenksarthrose) und eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen und für die Beeinträchtigungen der Bewegungsmöglichkeit bei Hunden darstellt.
Manche Beschwerden lassen sich durch Medikamente behandeln, oft ist aber eine Operation erforderlich , um die gewünschte Beweglichkeit und Schmerzfreiheit und die damit verbundene Lebensqualität langfristig wiederzuerlangen.
Bei der HD oder der Hüftgelenksarthrose ist das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes (Endoprothese) die Therapie der Wahl.
Ein künstliches Hüftgelenk ist eine Ideallösung zur Erhaltung einer guten Funktion, gekoppelt mit Schmerzfreiheit. Dabei werden sowohl Pfanne als auch Oberschenkelkopf durch Implantate ersetzt. Diese Operation kann bei Junghunden ab zehn Monaten durchgeführt werden.
Bei Endoprothesen handelt es sich um Implantate, die dauerhaft im Körper verbleiben und den geschädigten Körperteil ganz oder teilweise ersetzen. Grundsätzlich entsteht der dauerhafte Halt einer Prothese durch vom Körper neu gebildete Knochensubstanz, die die Prothese fest umschließt. Diese knöcherne Integration erfordert eine genaue Einpassung der Prothese in das Knochenlager. Durch Knochenzement kann die Passgenauigkeit methodisch vereinfacht werden.
Man unterscheidet demnach

  • Zementierte Prothesen
  • Zementfreie Prothesen
  • Hybrid-Prothesen, bei denen beispielsweise die Hüftpfannenprothese zementiert

und der Schaft zementfrei ist.
Die Auswahl des Endoprothesensystems spielt eine wichtige Rolle für den Operationserfolg. Das Alter des Hundes, die Revisionsmöglichkeit, aber auch der unterschiedliche Grad des Umbaus der Gelenkpfanne und der knöchernen Zubildungen, sowie die Form und Knochenqualität des Oberschenkels bilden die Grundlage für die Auswahl des geeigneten Systems.

Wir verfügen über verschiedene Prothesensysteme (Kyon Zurich cementless hip system, BioMedtrix CFX / BFX einschliesslich   Micro- und Nano-Hüftsystem), die einen Hüftgelenkersatz auch bei kleinen Hunderassen und Katzen erlauben sowie über 30   Jahre Erfahrung auf diesem Spezialgebiet.